Die Erstellung eines effektiven Finanzplans erfordert einige sorgfältige Überlegungen und Schritte. Das ist nichts, was Du einfach so nebenbei mal schnell machst. Dafür ist es viel zu wichtig für Deine Zielerreichung. Und der Finanzplan lebt auch. Nämlich z.B. dann, wenn Dein Gehalt steigt und Dir das eine höhere Sparrate ermöglicht.
Zielsetzung
Definiere Dir klare finanzielle Ziele. Dies können kurzfristige Ziele wie die Tilgung von Schulden oder langfristige Ziele wie die Altersvorsorge sein. Und diese Ziele versiehst Du dann mit konkreten Beträgen. Denn sonst sind sie nicht greifbar. Als Beispiel: „Ich werde in 5 Jahren meinen Studienkredit über 10.000 € getilgt haben.“ oder „Mit Mitte 30 werde ich in einem eigenen Haus leben, das 400.000 € kosten soll und für dessen Finanzierung ich 20% Eigenkapital einbringen will.“
Einnahmen analysieren
Mache Dir eine detaillierte Aufstellung Deiner Einnahmen. Das umfasst Gehalt, Nebeneinkünfte und andere Einnahmequellen, z.B. Dividenden oder Zinsen. Mit Kursgewinnen aus Aktienverkäufen solltest Du übrigens nicht planen. Auch wenn Du sie vielleicht in der Vergangenheit erzielt hast. Aber sie sind nicht vorhersehbar und helfen Dir deshalb bei der Finanzplanung nicht.
Ausgaben überprüfen
Liste alle Deine Ausgaben auf, sowohl regelmäßige als auch gelegentliche. Dies hilft Dir, unnötige Ausgaben zu identifizieren und Dein Budget zu optimieren.
Budget erstellen
Die Budgetierung ist der Grundstein eines jeden Finanzplans. Sie hilft dabei, Ausgaben zu kontrollieren und sicherzustellen, dass Einnahmen und Ausgaben im Gleichgewicht sind.
Erstelle Dir deshalb ein monatliches Budget, das Deine Einnahmen und Ausgaben berücksichtigt. Stelle sicher, dass Du einen Teil Deines Einkommens für Ersparnisse und Investitionen reservierst.
Ersparnisse und Investitionen
Entwickle Dir eine Strategie für Deine Ersparnisse und Investitionen. Berücksichtige dabei Deine Risikobereitschaft und Deine langfristigen Ziele. Das Sparen hilft, finanzielle Rücklagen für Notfälle und zukünftige Bedürfnisse zu schaffen, während Investitionen dazu beitragen, langfristige finanzielle Ziele zu erreichen.
Investitionen sollten dabei nicht zu kurz kommen. Es ist wahrscheinlich nicht optimal, Deinen kompletten freien Budgetteil zu sparen, wenn Du noch am Anfang Deines Berufswegs stehst. Besser ist es, einen Teil auch in Deine individuelle Entwicklung zu investieren. Durch passende Fort- und Weiterbildungen erreichst Du langfristig ein höheres Gehalt und eine größere Zufriedenheit im Beruf. Und kommst so Deinen Zielen näher.
Schuldenmanagement
Wenn Du Schulden hast, erstelle einen Plan zur Tilgung dieser Schulden. Reduziere Deine Zinsbelastung und steigere Deine Bonität. Konsumschulden (z.B. für den zurückliegenden Urlaub) solltest Du im besten Fall ohnehin nicht haben. Wenn doch, dann verzichte in Zukunft darauf und tilge die Schulden so schnell wie möglich. Denn Deine langfristigen Ziele erreichst Du nur mit einer Sparquote, die dann durch passende Geldanlagen und den Zinseszinseffekt zu einem positiven Hebel für Dein Vermögen wird.
Absicherung
Stelle sicher, dass Du über ausreichende Versicherungen verfügst, um Dich vor finanziellen Risiken zu schützen. Dazu gehört eine private Haftpflichtversicherung, die üblicherweise gar nicht so teuer ist. Und eine Berufsunfähigkeitsversicherung solltest Du auch in Betracht ziehen. Denn sie ist für den worst-case eine wichtige Absicherung. Alle anderen Versicherungen solltest Du als Angestellter genau hinterfragen und die eingesparten Prämien womöglich lieber zur Erhöhung Deiner Sparquote nutzen. Für Selbstständige ist hingegen mindestens noch eine Krankenversicherung notwendig.
Steuerplanung
Das i-Tüpfelchen einer guten Finanzplanung ist die Überlegung, wie Du Deine Steuerbelastung minimieren kannst. Dies kann die Nutzung von Steuervorteilen und -erleichterungen umfassen. Denk z.B. an Deinen Sparerpauschbetrag, mit Du als Single 1.000 € im Jahr steuerfrei Zinsen und Dividenden vereinnahmen kannst. Oder auch daran, dass es gewisse Finanzprodukte gibt (z.B. Xetra-Gold), bei denen Du Kursgewinne nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei kassieren kannst. Solche Kursgewinne solltest Du zwar nicht einplanen, aber wenn Du sie erzielst, dann hast Du einen Steuervorteil gegenüber herkömmlichen Anlagen.
Überwachung und Anpassung
Ein Finanzplan ist keine starre Angelegenheit. Du solltest Deine finanzielle Situation regelmäßig überwachen und Deinen Plan an veränderte Umstände anpassen.