Natürlich möchte man so viel Cash wie möglich haben. Aber der Sinn der Aktienanlage ist ja, sein Geld in Unternehmensanteile zu investieren. Also muss die Cash-Quote zwangsläufig unter 100% liegen. Jedenfalls in normalen Börsenphasen.
Die Frage ist übrigens leicht gestellt, aber nicht so leicht beantwortet.
Die Berechnung der Cash-Quote
Die erste Frage ist schon, wie man die Cash-Quote überhaupt vernünftig berechnet. Natürlich kann man einfach auf sein Konto schauen und sieht dort einen Kontostand. Gilt das schon als Cash? Und wovon berechne ich dieses Cash dann? Von meinem Aktiendepot? Von meinem Wertpapierdepot? Von meinem Gesamtvermögen? Und was rechne ich in das Vermögen hinein?
Eine mögliche Herangehensweise
Für uns hat es sich bewährt, das Geld in die Mittel für die laufenden Kosten und den Anlagebereich aufzuteilen. Dazu kannst Du verschiedene Girokonten nutzen, um diese Trennung auch optisch klar und deutlich vorzunehmen. Die Konten für die laufenden Kosten berechnest Du dann nicht in Deine Cash-Quote ein. Lediglich das Geld, das Du anlegen möchtest, zählt dann.
Die Barmittel kannst Du dann unterschiedlich anlegen: in Frage kommen Tagesgeld und Festgeld. Das Tagesgeld zählt voll in die Cash-Quote, da es ja täglich verfügbar ist. Beim Festgeld sieht es etwas anders aus. Da wäre es z.B. denkbar, nur die Fälligkeiten der nächsten 12 Monate mit als Cash zu zählen. Alles, was länger fest angelegt ist, ist dann ein Investment.
Worauf sich das Cash sinnvoller Weise bezieht
Wenn wir von der Cash-Quote sprechen, dann bezieht sich das bei uns auf den Anteil an Barmitteln bezogen auf den aktuellen Wert unseres Aktien- und Rentendepots. Aktien und Renten-ETFs sind Wertpapiere, die bei Online-Brokern im Depot liegen. Und nur darauf bezieht sich mein Cash.
Denn die Quote soll ja auch etwas aussagen. Und wenn dort z.B. Immobilien und andere Vermögensgegenstände mit einberechnet würden, dann wäre das zwar nicht falsch. Aber es nützt auch nichts, da diese Bereiche nicht so schnell liquidierbar sind. Aktien und Renten-ETFs kannst Du auf Knopfdruck verkaufen und damit Deine Cash-Quote unmittelbar erhöhen. Und Du kannst ebenfalls auf Knopfdruck investieren und die Cash-Quote damit senken.
Die konkrete Quote
Die Frage des Artikels lautet ja, welche Cash-Quote sinnvoll ist. Und da kann die Antwort für Dich lauten: Genau die Quote, mit der Du Dich wohl fühlst!
Am liebsten wärest Du wahrscheinlich voll investiert und würdest überhaupt kein Cash vorhalten.
Da die Börse aber keine Einbahnstraße ist, halten wir erst mal überhaupt eine Cash-Quote für sinnvoll. Denn nur sie lässt Dich Chancen wahrnehmen und gibt Dir die Möglichkeit, jederzeit Aktien zu kaufen. Du musst also nicht erst eine Aktie raussuchen, die Du verkaufst. Du kannst kaufen und musst Dir dank Deiner Cash-Quote um die Bezahlung keine Gedanken machen. Natürlich alles im Rahmen.
In normalen Marktphasen halten wir eine Cash-Quote von 10% für ausreichend. Damit kann flexibel reagiert werden und Du verlierst nicht so viel Performance aufgrund der niedrigeren Verzinsung.
In allen wackligeren Marktphasen sind dann aber eher schon 20-25% sinnvoll. Und wenn es ganz arg kommt, dann kann die Cash-Quote auch mal bis zu 100% werden. Aber vergiss dann auch nicht, wieder einzusteigen. Denn nur mit Cash wirst Du auf Dauer kein Vermögen aufbauen.
Was Dir eine angemessene Cash-Quote bringt
Mit einer sinnvollen, durchaus atmenden Cash-Quote verschaffst Du Dir vor allem ruhige Nächte. Denn selbst bei einem Crash wirst Du dann nicht gezwungen sein, Aktien zu verkaufen. Egal was passiert, Du kannst investiert bleiben. Und damit hat die Cash-Quote mittelbar auch ihren Zweck erfüllt. Denn Dein Depot kann dann nach dem Crash voll an der Erholung teilhaben und die Verluste hoffentlicht bald wieder wett machen.
Und so lautet das Fazit: Sinnvoll ist eine Cash-Quote, mit der Du Dich wohl fühlst. Auch in der schlimmsten Marktphase!