Bei Dividenden in Euro, gezahlt vor allem von deutschen oder europäischen Unternehmen, ist die Dividende eigentlich überall gleich. Investierst Du aber z.B. in große US-Unternehmen wie Microsoft, Coca-Cola oder Procter & Gamble, dann sieht das schon anders aus. Die Zahlung in US-Dollar kommt bei Dir auf dem Konto in Euro an. Und auf dem Weg dorthin nehmen sich die Banken ihren Anteil vom Kuchen. Die einen mehr, die anderen weniger.
Sie halten an zwei Stellen die Hand auf: beim Gutschriftsdatum und beim Wechselkurs.
Der Zahlungstermin einer Dividende
Um was geht es genau: Eine Aktiengesellschaft, die ihren Aktionären eine Dividende ausschüttet, kündigt die genauen Termine üblicherweise an. Da gibt es dann einen ex-Dividende-Tag und einen Zahltag.
Der Zahltag bedeutet aber nur bei den wenigsten Banken, dass die Dividende dann auch auf dem Konto erscheint.
Zunächst einmal eine Erläuterung zur Abweichung von Buchungs- und Wertstellungstag: Bei Zahlungen auf ein Konto kann der Buchungs- vom Wertstellungstag abweichen. Das ist erst mal nichts Ungewöhnliches. So können auch rückwirkende Berichtigungen fehlerhafter Umsätze vorgenommen werden oder auch schon im Voraus Kosten belastet werden. Am Buchungstag wird der Umsatz erstellt, die Belastung oder Gutschrift des Kontos erfolgt aber immer mit dem Wertstellungstag.
So lassen sich manche Banken Zeit mit der Buchung einer Dividende, verbuchen sie dann aber rückwirkend mit der Wertstellung zum Fälligkeitstag. Du kannst dann zwar erst nach der Buchung über die Dividende verfügen, hast aber keinen Zinsnachteil. Denn mit dem rückwirkenden Wertstellungstag startet auch die Verzinsung Deines Guthabens. Jedenfalls dann, wenn die Bank Dir Zinsen zahlt. Und solltest Du einen Wertpapierkredit in Anspruch genommen haben, dann wird diese Inanspruchnahme rückwirkend mit dem Wertstellungstag reduziert. Und Du sparst Dir entsprechende Zinsen.
Bei Dividenden, die nicht in Euro gezahlt werden, addieren viele Banken zum Zahltag noch 2 zusätzliche Bankarbeitstage als Wertstellungsdatum. Sie haben dann, wenn z.B. ein Wochenende dazwischen liegt, 4 zusätzliche Zinstage gespart. Über Ostern oder Weihnachten können es sogar 6 Zinstage sein.
Die Umrechnung einer Fremdwährungsdividende
Zusätzlich verdienen die Banken in der Regel auch noch an der Umrechnung der Fremdwährung. Und dabei ist es tatsächlich kaum nachvollziehbar, welche Bank hier die fairste ist. Aber der Reihe nach:
Zunächst ist es klar, dass eine Dividende, die in US-Dollar bezahlt wird, in Euro umgerechnet werden muss. Denn erst mit dieser Umrechnung kann der Steuerabzug korrekt berechnet werden und schließlich die Nettodividende auf dem Euro-Konto gebucht werden.
Es gibt nun zwei Unterschiede bei den Banken: nämlich einmal der Zeitpunkt der Umrechnung und daneben die Marge.
Es würde an dieser Stelle zu weit führen, jetzt alle Banken zu vergleichen. Vor allem, weil sie meistens bei den Kriterien zur Umrechnung sehr intransparent sind. Du kannst Dir aber mal den Spaß machen und die gleiche US-Aktie in zwei verschiedenen Depots bei unterschiedlichen Banken halten. Und Du wirst sehen, dass Du unterschiedliche Euro-Dividenden ausgezahlt bekommst!