Gibt es Situationen, in denen Investments in ETFs alternativlos sind?
Länder-ETFs sind eine gute Gelegenheit, sich einen regionalen Aktienmarkt zu erschließen. Ein solcher ETF bezieht sich z.B. auf Indien. Eine Region mit großem Wachstum und einem für Ausländer beschränkten Zugang zur lokalen Börse. Da macht ein ETF Sinn.
Leider haben wir bei unseren Recherchen immer wieder feststellen müssen, dass die Länder-Indizes, die durch die ETFs abgedeckt werden, sehr finanzlastig sind. Und gerade Banken in Entwicklungsländern sind mit größter Vorsicht zu betrachten. Oft sind es ja Finanzkrisen, die einen Einbruch eines Aktienmarkts auslösen. Und dann hat man ein doppeltes Risiko in diesem ETF: erst verlieren die Finanzwerte kräftig, dann wird der Rest der enthaltenen Titel mitgerissen.
Wann sind ETFs eine gute Alternative zu einzelnen Aktien?
ETFs bieten den riesigen Vorteil, dass man mit einem Invest eine große Anzahl von Aktien kauft. Gründe für den Kauf gibt es natürlich schon:
- kein aufwändiges Research zu einzelnen Aktien notwendig
- gerade bei kleinen Anlagebeträgen sinnvolle Sparpläne möglich
- Diversifikation in verschiedene Regionen und/oder Branchen
Diese Gründe treffen auf viele Anleger zu. Für viele Anleger sind sie das beste Instrument.
Wem ETFs zu empfehlen sind
Für Börseneinsteiger, die bisher keine Aktien haben und sich auch nicht intensiver damit beschäftigen wollen, empfehlen wir ohne Wenn und Aber den Abschluss eines ETF-Sparplanes mit monatlichen Raten. Da macht man als Sparer eigentlich nichts falsch. Jedenfalls wenn man einen bzw. mehrere Standard-ETFs auswählt.
Genauso sehen wir es bei einem Depot für Kinder. Wenn man hier dem Kind etwas Gutes tun will und z.B. das Kindergeld sparen will, dann bietet sich auch da ein monatlicher ETF-Sparplan an.
Und inzwischen gibt es ja auch einige Anbieter, die für solche Konstellationen eine Vermögensverwaltung mittels ETFs anbieten. Vor allem die Robo-Advisor haben sich da hervorgetan. Da werden dann über einen wirklich langfristigen Zeitraum die ETFs sich ändernden Marktgegebenheiten angepasst. Auch das kann sinnvoll sein. Jedenfalls dann, wenn ein entsprechender Track-Record erkennbar ist. Nicht jeder hat so viel Zeit, sich mit einzelnen Aktien zu beschäftigen! Warum also nicht für „kleines Geld“ diese Zeit einsparen und durch einen Dienstleister die ETFs auswählen lassen?