Wann ist ein guter Nachkaufkurs erreicht?

Eine Frage, die Dich sehr bald beschäftigen wird, ist der richtige Zeitpunkt für den Nachkauf einer Aktie. Du bist also schon investiert, möchtest aber Deine Position erhöhen. Wir stellen mögliche Herangehensweisen vor.

Strategie nach strengen Kriterien

Es gibt Investoren, die verfolgen eine klare Strategie beim Kauf von Aktien. Sie dritteln beispielsweise ihr Investitionsvolumen für eine Aktie und kaufen zunächst mit dem ersten Drittel die Startposition. Dann kaufen sie erneut mit dem zweiten Drittel, wenn der Aktienkurs um 10% gesunken ist. Und das letzte Drittel wird investiert, wenn der Aktienkurs um 20% gesunken ist.

Das lässt sich natürlich beliebig abwandeln, die Nachkaufgrenzen erhöhen (z.B. auf 20% und 30%) oder auch statt zu dritteln zu vierteln. Möglich ist auch, mit steigenden Kursen zu arbeiten. Also bei einem Kursplus von 10% nachzukaufen.

All das ist sinnvoll, wenn man keine feste Erwartung an die Aktie hat und nach klaren Prinzipien investieren will.

Strategie nach individuellen Kriterien

Eine andere Herangehensweise ist, sich beim Erstkauf keine festen Grenzen für einen Nachkauf zu setzen. Allein schon deshalb, weil für der Zeitfaktor auch eine Rolle spielt. Es ist sicherlich ein Unterschied, ob eine Aktie nach einer Woche oder nach einem Jahr 10% im Minus ist. Ist gerade eine Woche vergangen, dann sollte man vorsichtiger sein. Nach einem Jahr kennst Du hingegen die Aktie besser und kannst genau auf den Kursverlauf zurückblicken. War die Aktie zwischenzeitlich im Plus und gibt es einen aktuellen Grund für den Kursrückgang? Und wie hat sich der Gesamtmarkt entwickelt? Diese Faktoren solltest Du in Deiner Entscheidung berücksichtigen.

Trotzdem macht es Sinn, sich Kursmarken zu setzen, bei denen Du nachkaufen möchte. Das ist kann dann z.B. der Fall sein, wenn eine Aktie tatsächlich wie ein Messer fällt. Dann lohnt ein Blick auf die Fundamentaldaten und insbesondere die Dividende und den Gewinn pro Aktie. Und aus beiden Faktoren kannst Du dann Deinen persönlichen „fairen Wert“ ermitteln. Fair kann dann ein historisch niedriges Kursgewinnverhältnis und eine historisch hohe Dividendenrendite sein.

Und dann kommt es darauf an, ob Du die Aktie dringend haben willst. Ist das der Fall, z.B. weil Du wenig Stücke von ihr im Depot hast, dann kaufst Du zu diesem fairen Wert nach. Hast Du aber keinen inneren Druck, die Aktie zu kaufen, dann bietet sich ein Abschlag von Deinem fairen Wert an. Der Abschlag kann dann so groß sein, dass Du erst mal nicht an ein Erreichen glaubst. Da kannst Du durchaus auch mit der Dividendenrendite rechnen und Dir runde Prozentzahlen als Zielwert setzen. Wenn ein großer Standardwert wie Johnson & Johnson beispielsweise in einer irrationalen Übertreibung eine Dividendenrendite von 5% schaffen würde. Das wäre dann womöglich für Dich ein Nachkaufkurs.